ad usum proprium 
die literarische Seite von Birgit Gerlach

EINE LEGENDE AUS MERSEBURG

Eine Legende vom Krummen Tor

Dort, wo in Merseburgs Innenstadt ein deutlicher Schnitt zwischen neuem Stadtzentrum und altem Gemäuer aus herzoglicher Zeit sichtbar ist, beginnt die Domstraße. Kopfsteingepflastert führt sie den Domberg hinauf, vorbei an den ehemaligen Domkurien.

Bevor sie das Krumme Tor durchquert, teilt sie sich in einen oberen und einen unteren Verlauf.

Der obere Teil steigt nach dem Krummen Tor weiter an und erreicht am höchsten Punkt den Domplatz. Gegenüber der Straßenmündung prangt das Portal des berühmten Merseburger Domes.

Der untere Ast der Domstraße führt wieder hinab vom Berg und mündet in die Brauhausstraße.

Genau gegenüber der Gabelung, an der sich die Domstraße nach oben und unten teilt, liegt das Haus Nummer 10, die Curia Sigismundi.

In eben dieser hatte ich vor geraumer Zeit Logis genommen.

Es war am ersten Mittwoch nach Frühjahrsanfang.

Nach meiner Rückkehr vom so verheißungsvoll begonnenen Tageswerk hatte ich die gesellschaftsträchtige Robe sofort auf das Bett geworfen. Der Wind heulte um die alten Mauern und trieb am Himmel dicke schwarze Wolken vor sich her. An Schlafen war nicht zu denken, in meinem Kopf arbeitete und ratterte es noch. Das Schlimmste war, dass ich mich über mich selbst ärgerte.

Ich ging hinüber in den Salon, zündete die Kerzen an, schenkte mir einen Becher Wein ein und suchte nach Lektüre, die mich hätte ablenken können. Aber die Gedanken kreisten immer wieder um die vermasselte Unternehmung. Verdammt noch mal! Am liebsten würde ich alles hinschmeißen!

Zornig grollend warf ich mir meine Jacke über die Schultern und verließ wutschnaubend und zutiefst gekränkt die Herberge, um das ganze Elend dieser Welt einem Nachtspaziergang anzuvertrauen.

Die Glocke des Domes schlug gerade zwölf, als ich die Domstraße in Richtung Krummes Tor überquerte. Der Wind trieb trockenes Laub vom Vorjahr über das Kopfsteinpflaster. Ohne einen Gedanken an das Ziel meines Weges zu verschwenden, lief ich hinauf zum Dom.

Als ich das Krumme Tor passierte, oder besser gesagt, passieren wollte, wurde ich jäh aus meinen zersetzerischen Selbstbetrachtungen gerissen. Ich war schon mindestens zehn Schritte auf der Stelle gelaufen, ohne in der Lage zu sein, durch dieses Tor hindurch zu gelangen!

Neben mir hörte ich es kichern. Ich sah zur Seite und ... da stand er, der Leibhaftige. Glaubte ich jedenfalls. Lässig lehnte er am linken Torpfosten und musterte mich.

„Ganz schöne Asche alles, was?“, warf er mir entgegen.

Mir ging es siedend heiß durch und durch, ich stand da wie festgenagelt. „Na, ja...“, war alles, was ich herausbekam.

„Du Weichei hast wohl nicht mal den Arsch in der Hose zuzugeben, dass du die ganze Welt beschissen findest?“, fragte er sichtbar belustigt.

„Na ja“, fing ich wieder an zu stammeln, „so absolut kann man das vielleicht auch nicht sagen, da muss man wohl verschiedene Aspekte betrachten ...“

„Halt ‘s Maul“, herrschte er mich an, „von diesem Gesafte wird mir speiübel. Bist wohl Politiker?“

„Das mit Sicherheit nicht“, wiedersprach ich vehement. Nach dieser ersten eindeutigen Antwort ging es mir wieder etwas besser, obwohl meine Situation noch genau so unübersichtlich war wie ehedem. Vielleicht war der Typ, der am Torbogen lümmelte, einfach nur ein Punk im Persönlichkeitstraining.

„Nein, bin weder Punk, noch trainiere ich“, beantwortete der Torsteher meinen unausgesprochenen Gedanken. „Da deine Geschäfte momentan nicht zum Besten stehen, würde ich dir gern ein lukratives mit mir anbieten.“, fiel er mit der Tür ins Haus. „Fakt ist: Jemand, der unter dem Krummen Tor flucht, gehört mir.“

In diesem Moment streifte ein kühler Hauch meine rechte Wange und eine sonore Stimme sprach: „Oh nein, du böser Geselle. Diese Seele werde ich auf den rechten Weg leiten.“

Ich fuhr herum. Am rechten Torpfosten stand ein in weiße Seide gehüllter älterer Herr, der eine Mitra trug und einen Bischofsstab hielt. Er streckte mir seine Hand entgegen und sprach: „Komm mit mir, du verirrtes Menschenkind, ich erlöse dich von allen Qualen.“

Auch bei diesem Rettungsangebot in letzter Minute wollte sich kein gutes Gefühl einstellen. „Vielen Dank für Ihr überaus freundliches Angebot, ich würde gern auf das eine wie das andere verzichten“, versuchte ich auch diesen Herren zu beschwichtigen.

Er räusperte sich: „Dies wird wohl nicht in Ihrer Macht stehen.“

„Also, bevor ihr beiden Schwafelbrüder euch weiter mit Nettigkeiten bekleckert, werde ich das mal regeln“, klinkte sich der Satan wieder in das Gespräch ein. „Die Sache ist folgende: Zu Zeiten, als die Welt noch redlich zwischen Teufel und Gott aufgeteilt war, fiel der obere Ast der Domstraße an die Gottesbrüder und der untere Part dieser Straße an mich. Das Krumme Tor wollten sich die Brüder ganz einheimsen. Weil aber der untere Torpfosten auf dem unteren Teil der Straße steht, gehört auch die linke, die untere Torhälfte mir.“

„Oh nein“, meldete sich der bischöfliche Herr zu Wort, „mein Lieber, Sie irren. Das Tor steht nach all den Jahren noch immer auf dem oberen Teil der Straße und ordnet sich somit in das Gut unseres Herren, gelobt sei sein Name.“

„Der Alte lässt sich bestimmt in noch mal dreihundert Jahren immer noch aus der Reserve locken“, freute sich der Teufel. „Pass auf, du hast geflucht“, sagte er zu mir gewandt, „wer flucht, ist meines Geistes Kind, und ich kann ihn festhalten, bevor er durch das Tor zum Dombezirk entfleucht.“

„Hier oben wirst du mit offenen Armen empfangen. Du wirst Buße tun und frei sein von allem Teuflischen und ein gottgefälliges Leben führen“, versprach mir der greise Alte mit schwammiger Freundlichkeit. „Du zeigst Achtung vor der Unabänderlichkeit des Schicksals und darfst dein Leben in Frieden und Andacht verbringen. Die Unrast des Alltags verbaut dir nur den Blick für den Sinn des Lebens.“

„Gähn“, kommentierte der Hörner-Punk. „Da ist es völlig belanglos, ob du vorher oder nachher gestorben bist. Nur die Unzufriedenheit treibt dich an, nur durch sie wirst du im Leben vorankommen, wirst Erfolg und Wohlstand haben und - am Ende mir gehören. Verschreibst du dich mir nicht, wirst du im Sumpf der Trägheit ersticken.“

„Im Moment gehöre ich keinem außer mir selbst“, gab ich zu bedenken.

„Man sollte dich Demut lehren“, sprach salbungsvoll der Bischof.

„Es irrt der Mensch solang er lebt“, kommentierte der Teufel.

„Vielleicht habt ihr beide irgendwo recht“, lenkte ich ein, „ich bitte mir Bedenkzeit aus.“

„Sie sei dir gewährt, doch nicht allzu lange“, verhieß der Himmelsdiener.

„Bla, bla, bla“, unterbrach der Satan, „wenn nur Leute wie ihr das Sagen hätten, würde außer lobpreisen und Harfe spielen nichts passieren. Also, nach einem vollen Tage treffen wir uns wieder an ebendiesem Ort. Entscheidest du dich für einen von uns beiden, dann bist du sein, entscheidest du dich gegen einen von uns beiden, gehörst du dem jeweils anderen.“

„Überbringe die Antwort in einem Symbol, auf das der Schwarze keinen Zugriff hat!“, rief mir der Würdenträger zu.

„Ach was, wähle eins, woran sich der Weiße die Finger verbrennt!“ schrie der Unterweltler, „und wenn du kneifst und nicht erscheinst, wirst du das Licht des nächsten Tages nicht erblicken.“

In diesem Moment schlug die Glocke ein Uhr morgens. Meine Gesprächspartner waren genauso plötzlich verschwunden wie sie erschienen waren.

Ich stand mitten auf der Domstraße und hatte ein viel größeres Problem als das bisschen Ärger am Abend zuvor. Auch wagte ich es nicht, meinen Spaziergang fortzusetzen, kehrte zurück zur Herberge und versuchte nachzudenken.

Die Situation war wirklich vertrackt. Oder vielleicht bildete ich mir die ganze Geschichte nur ein. Ich tu einfach so, als ob nichts war. Prima. Dann habe ich mich geirrt und mich holt der Teufel, oder die beiden teilen sich den Braten. Während ich unablässig das Für und Wider erwog, nicht Dieser und nicht Jener, nicht Seines und auch nicht Dessen, übermannte mich der Schlaf.

Am Morgen kitzelte mich ein Sonnenstrahl wach. Obwohl die Nacht recht kurz gewesen war und mit allerlei Grübeleien begonnen hatte, war ich voller Kraft und guten Mutes. Vom Fenster aus fiel mein Blick auf das Krumme Tor. Vielleicht ist das Tor vom Hin- und Herzerren zwischen Himmel und Hölle zum Krummen Tor geworden. „Jawohl, das ist es!“, schoss es mir durch den Kopf: „Ein Symbol, das weder dem Unteren noch dem Oberen gehört!“ Nur, wie ich darin eine Botschaft überbringen sollte, war mir völlig unklar. 

Nachdem ich mir das Elend des Vortages vom Leibe geduscht hatte, schlüpfte ich in meine Lieblingssachen, nahm ein leckeres und ausgiebiges Frühstück zu mir und machte mich auf den Weg der Erkenntnissuche.

Als erstes steuerte ich das Zauberspruchgewölbe in der Südklausur des Domes an, was mich allerdings nicht weiterbrachte. Zwar soll der Teufel seine Spuren im Kreuzgang hinterlassen haben, nachdem ihn der Baumeister und ein Priester auf eine dem Teufel ebenbürtige Art und Weise hereingelegt hatten. Aber von dessen Vertreibung aus dem Krummen Tor hinaus oder über Besitzansprüche des Teufels am Tor fand ich kein Sterbenswörtchen.

Für die Nutzung der Bibliothek des im Ostflügel der Domklausur ansässigen Europäischen Romanikzentrums der Martin-Luther-Universität Halle bedarf es einer Voranmeldung, die Domstiftsbibliothek selbst befindet sich in Naumburg. So ließ ich mich im lauschigen Kreuzgang nieder und beschränkte mich vorerst auf die Internetrecherche. Ein reiches Arsenal an Aufschwörtafeln der Domherren mehrerer Jahrhunderte und zahlreiche Gerichtsakten der Domfreiheit zu Merseburg waren zu finden, auch ein Vorgang über die Torstube des Krummen Tores, aber nichts über dessen Aufteilung zwischen Himmel und Hölle. Im Museum, das vom Innenhof des Schlosses erreichbar ist, setzte ich meine Suche fort, im Anschluss in der Stadtbibliothek.

Jedoch eine solche Geschichte, wie mir gestern widerfahren war, fand ich nirgendwo.

Um mir nach den stundenlangen Studien den zu Kopf kühlen, machte ich einen Spaziergang durch den Schlossgarten. Die Sonne schien schon wieder so kräftig, dass sie den Rücken wärmte. Das junge Grün ließ bereits die Knospen bersten und die Krokusse in ihren zarten Farben vermittelten mir ein beschwingtes Gefühl. Das Leben ist schön!

Ja, so ist es. Der Unrastige und vom Terminkalender Besessene wird blind.

Jetzt, so im großen kosmischen Zusammenhang betrachtet, war mein gestriger Misserfolg eine einzige Belanglosigkeit, ein unwichtiges Detail.

Vor mich hin philosophierend erreichte ich den Aussichtspunkt zur Saale. Mit massiver Gewalt stürzten die Wassermassen das Wehr hinunter. Wehe dem, der der Gewalt der Natur ausgeliefert ist. Ein paar vorwitzige Wildenten ließen sich erst gemütlich, dann schneller werdend, den Fluss hinuntertreiben bis kurz vor den Wasserfall, um im letzten Moment vor dem Absturz die Richtung zu ändern und seitlich auszuweichen. Ist das eine Mutprobe oder eine Schnelligkeitsübung für Enten? Vermutlich.

Die Trägen und Mutlosen würden einfach weggespült.

Und wie ist das mit mir? Wollte ich gestern nicht alles in die Ecke schmeißen?

Gemach. Einen Tag Ruhe gönne ich mir. Es ist der siebente.

Jedoch bevor mich der Strudel hinabreißt, werde ich mir ein neues Ziel setzen.

Mit erleichtertem Herzen und voller Tatendrang trat ich den Rückweg zur Curia Sigismundi an. Obwohl es hellerlichter Tag war, mied ich den Weg durch das Krumme Tor.

Wieder am Hause Domstraße 10 angelangt, vernahm ich im Hof desselben die Klänge eines Schmiedehammers. Ich ging hinab in den Hof des Hauses und klopfte an die Tür der Schmiede. Da mich niemand zu hören schien und es drinnen weiter hämmerte, ging ich ungebeten hinein. Als mich der Schmied bemerkte, setzte er sein Werkzeug ab, grinste mich an und sagte: „Was ´n los?“

„Guten Tag, ich würde gern bei Ihnen etwas anfertigen lassen.“

„Was ´n?“

„Das Krumme Tor als Amulett mit einem Hohlraum, in den man etwas hineinstecken kann.“

„Was ´n?“

„Einen Zettel, den man immer wieder einmal wechseln kann.“

„Sonst nix?“

„Nein, das wäre es, was ich gern hätte.“

„Bis wann willst ´n das Ding haben?“

„Bis spätestens Mitternacht.“

„Ach du Scheiße.“

„Wäre das möglich?“

„Na, komm um sechse mal vorbei“, murmelte er noch, bevor er sich wieder seiner Arbeit zuwandte. Mit der Höllenkraft des Feuers brachte dieser Mann göttliche Dinge zuwege. Seine Kunstwerke waren überall im Haus und im Garten zu bewundern. Wie es schien, sollte er das rechte Medium für mein Anliegen sein.

Ich verließ die Werkstatt und ging hinunter in den weitläufigen Garten des Anwesens. Er war in zwei Ebenen angelegt, geteilt durch eine alte Steintreppe. Eine Gartenbank lud zum Verweilen ein. Meine Gedanken waren gänzlich mit dem Inhalt der Botschaft für die beiden Herren befasst, für den einen, der stets Böses will und doch Gutes schafft, und den anderen, der es immer gut meint und schon soviel Leid gebracht hat. Der eine wäre ohne den anderen ein Nichts. Ohne beide würde aus dem Leben eine Null-Linie.

So verbrachte ich den Rest des Nachmittags sinnend über die Ausschläge der Sinuskurve und über die Rolle der Bedeutung des Daseins. Jedoch die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings waren trügerisch, mir wurde kühl, und müde vom vielen Nachdenken verließ ich den beschaulichen Ort.

Sechs Uhr betrat ich die Werkstatt des Kunstschmiedes.

„Guck mal, da vorne liegt ´s“, brummelte er ohne aufzuschauen.

Ich sah mir das Schmuckstück an und befand, dass es auf magische Weise gelungen war.

Der Schmied grinste über seine heruntergerutschten Brillengläser, wie wenn er Bescheid wüsste. Ich entlohnte ihn und er rief mir noch „na dann viel Glück“ hinterher, als die Tür bereits zuschlug.

Zurück in der Herberge präparierte ich mein Symbol, das weder dem Guten noch dem Bösen, aber doch beiden gehörte.

„Ich liebe das mir geschenkte Leben mit all seinen Höhen und Tiefen“, ritzte ich auf der Rückseite des Amuletts ein. Da eine solche Sicht gottgefällig ist, durch die Brille dieser oder jener Religion betrachtet, ist dies eine Entscheidung weder für noch gegen den Geist des Bischofs.

Dann suchte ich mir ein Stück Papier. Darauf schrieb ich: „Weil ich mein Leben liebe, setze ich morgen meine Reise fort.“ Dieses Zettelchen steckte ich in den Hohlraum des Amuletts. Dem Teufel wollte ich erklären, dass ich jedes Mal, nachdem ein Vorhaben beendet ist, den Plan für das nächste in meinem Amulett verwahren werde, solange, bis auch dieses verwirklicht sei, und so weiter. So könne mich nicht die Trägheit befallen. Vor der teuflischen Unrast wiederum bin ich geschützt, weil ich jedes neue Ziel mit dem göttlichen Satz „Weil ich mein Leben liebe, ...“ beginnen werde. 

So war ich mir sicher, mich weder für noch gegen den Gehörnten entschieden zu haben.

Während meiner Vorbereitungen war die Zeit verflogen. Jedoch, stellte ich verwundert fest, war mein Gemüt ruhig und zuversichtlich. Ich kannte meinen Weg.

Kurz vor Mitternacht verließ ich das Haus Domstraße 10, überquerte die Straße und lief hinüber zum Krummen Tor. Die Turmuhr schlug zwölf. Festen Schrittes ging ich meiner Verabredung entgegen. Es war noch niemand da.

Ich wartete.

Nichts geschah.

Leise sagte ich: „Hallo, ist da jemand?“

Nichts.

„Hallo, meine Herrschaften, ich bin da. Hört mich denn keiner?“

Wieder nichts.

Kann man sich denn auf niemanden mehr verlassen? Nicht einmal mehr auf die Urpole der Menschheit? Ich rief so laut ich konnte: „Hallo, ich bin da! So erhört mich doch!“

„Lass gut sein, dein Schätzchen will dich scheinbar nicht“, hörte ich jemanden hinter mir. Wie elektrisiert drehte ich mich um.

Ein pickliger Polizist lehnte sich aus dem Fenster eines Streifenwagens: „Geh nach Hause und brüll nicht mitten in der Nacht auf der Straße herum!“

„Geht klar, Chef“, sagte ich, und der Wagen fuhr weiter.

Seit meinem Besuch in der Herberge am Kummen Tor trage ich das Amulett und statte es immer wieder mit neuen Zielvorgaben aus. Meine Unternehmungen gehen auf wundersame Weise voran und alles scheint mir zu gelingen. Der Teufel hat mich noch nicht geholt und das Leben macht mir Freude. Manchmal halte ich inne und danke meinem Schicksal.

Warum jetzt alles anders ist, weiß ich nicht wirklich.

Jedoch jedes Mal, wenn ich in der Nähe bin, mache ich einen Abstecher nach Merseburg, laufe die kopfsteingepflasterte Domstraße hinauf zum Domberg und verweile kurz unter dem Krummen Tor. Und denen, die ich gut leiden kann, rate ich, eine Nacht in der Curia Sigismundi zu verbringen. Was dann passiert, liegt an jedem selbst.

Das Geheimnis des Amuletts habe ich für mich behalten.