ad usum proprium 
die literarische Seite von Birgit Gerlach

 AD USUM PROPRIUM

Anwendung: lesen, vorlesen oder hören

Dosierung: nach Belieben

Warnhinweise: nur zum persönlichen Gebrauch

Nebenwirkungen: kann fröhlich oder nachdenklich machen      


Auf dieser Seite gibt es Geschichten, die nur darauf warten, den schnöden Alltag des geneigten Lesers zu würzen. Sie wollen in Bussen und Bahnen, in langweiligen Warteschlangen oder gemütlich bei einer Tasse irgendwas auf dem Sofa gelesen werden. Manche von ihnen träumen davon, vorgelesen zu werden, ganz gleich ob der Oma, dem Sohn oder der Katze. Doch fiebern alle dem einen Moment entgegen, in dem sie auf ein waches Auge oder ein offenes Ohr treffen.

Das Leben ist voller Geschichten.

Ereignisse geschehen, belanglose, weltbewegende, schreckliche, schöne, langweilige, aufregende. Ein jeder erlebt sie anders, erzählt davon später seine ganz eigene Geschichte.

Ein Kind wird geboren.

Die Erzählung der jungen Mutter darüber wird eine gänzlich andere sein, als die des Taxifahrers, der sie in vermeintlich letzter Minute zur Klinik gebracht hatte, anders als die der erfahrenen Hebamme, die eine Doppelschicht machen musste, weil ihre Ablösung ausgerechnete heute nicht pünktlich zur Schicht gekommen war, und wiederum anders als die der Schwesternschülerin, die das erste Mal bei einer Geburt assistieren durfte, und gänzlich anders als die des Kindesvaters, der an diesem Tag seinen Flug aus London verpasst hatte, weil sein Doppeldeckerbus unterwegs verunglückt war.

Aus der Summe vieler kleiner Geschichten wird Geschichte. Sie wird weitergegeben von Generation zu Generation. Und ist scheinbar unumstößlich.

Doch irgendwann wird die Urenkelin dieses damals geborenen Kindes im Rahmen einer Forschungsarbeit aufdecken, dass der Taxifahrer unterwegs zur Klinik mit seinem englischen Busfahrerkollegen telefoniert hatte, der dadurch kurzzeitig unaufmerksam war und das linke Vorderrad in ein schadhaftes Gullyloch lenkte. Diese Verbindung wird die aufmerksame Urenkelin in alten Daten des Telefonanbieters aufdecken, der zwar längst nicht mehr existiert, weil er vor Jahren von einen internationalen Konzern geschluckt worden war, aber die Wiederentdeckung dieses Zusammenhangs wird plötzlich die gesamte bisher überlieferte Familiengeschichte in Frage stellen. Und nun?

Tägliche Geschehnisse fordern regelrecht dazu auf, sie in Gedanken weiterzuspinnen und Geschichten daraus zu machen, die so hätten geschehen können. An Anregungen mangelt es nicht, die Phantasie schreibt das weiter, was nicht war, aber hätte sein können.

Dieser Lust kann ich nicht widerstehen, sie packt mich immer wieder. Und es freut mich ungemein, wenn ich auf andere Geschichtenliebhaber treffe, die es lieben zu lesen, vorzulesen oder zuzuhören oder selbst Geschichten zu schreiben.

Auf dieser Seite sind verschiedene Beiträge zu finden:

Zu Themen, die mich aktuell beschäftigen

EINE GESCHICHTE - EIN MOMENT

und

DAS GEDICHT

Über Erlebnisse aus meinem sonstigen Leben, in dem ich Hausarzt bin, schreibe ich in

MEDICUS VULGARIS - AUS DEM LEBEN DES GEMEINEN HAUSARZTES     

Dann gibt es noch eine Geschichte für Kinder, die entweder selbst verfasst oder von einem von mir gern gelesenen Autor ist,

LESESEITE FÜR KINDER

und als Hommage an meine Heimatstadt eine Sage, die es eigentlich gar nicht gibt.

EINE LEGENDE AUS MERSEBURG

Für alle, die auch das Geschichtenschreiben gepackt hat, gibt es hier eine Bühne:

PODIUM FÜR GÄSTE

Für einige Beiträge gibt es schon eine Audio-Datei.

ZUM HÖREN